Ey-ab in den Süden…von Neuseeland

Wir haben es geschafft – einmal mit dem Fahrrad quer durch Neuseeland! Knapp 3000 Kilometer vom äußersten Zipfel der Nordinsel, Cape Reinga, bis zum Zipfel der Südinsel nach Bluff.
Dabei hatten wir von allem etwas: Sonne, Hitze, Regen und vor allem jede Menge Wind- meist von vorne!
Wir waren nass bis auf die Unterhosen, hatten Sonnenbrand und haben auch weniger schöne, stark befahrene Straßen hinter uns gebracht.
Eine der nicht so angenhmen Straßen, denn es gibt fast keinen Seitenstreifen für uns.

Eine der nicht so angenehmen Straßen. Es gibt fast keinen Seitenstreifen für uns. Den Spiegel haben wir uns nach über einem Jahr Radfahren in Dänemark, Island und Kanada erst hier in Neuseeland gekauft.

Denn wir hatten uns vorgenommen: Wir möchten mit dem Fahrrad das Land durchqueren, egal was kommt!
Und dafür brauchten wir manchmal viel Kraftstoff - allerdings eher in Form von Nahrung ;).

Und dafür brauchten wir manchmal viel Kraftstoff – allerdings eher in Form von Nahrung.

42 Radtage haben wir hinter uns und davon nur 16 Fahrtage auf der Südinsel. Irgendwie verrückt, denn eigentlich gilt die Südinsel doch als die viel schönere Insel. Ich habe das Gefühl, wir sind irgendwie durch gerauscht. Während wir auf der Nordinsel viele Neuseeländer getroffen haben, von Einheimischen eingeladen wurden, auf der Straße Löcher in den Bauch gefragt bekamen und alte Bekannte getroffen haben, treffen wir hier auf der Südinsel vor allem auf andere Reisende und Urlauber. Natürlich sind die nicht weniger nett, aber das wirkliche Neuseelandgefühl hatten wir eher im Norden.
Natürlich haben wir auch neuseeländische Reisende getroffen...und man siehe Fahrradfahren und im Zelt schlafen kann man auch im hohen Alter. Hart im Nehmen die Kiwis!

Natürlich haben wir auch neuseeländische Reisende getroffen und man siehe: Fahrradfahren und im Zelt schlafen kann man auch im hohen Alter. Hart im Nehmen die Kiwis!

Aber Stopp – da fällt mir ein, dass wir zu Silvester eine schöne Ausnahme erfahren haben: Herbert! Herbert ist vor vielen Jahren von Deutschland nach Neuseeland ausgewandert und lud uns kurzerhand für ein paar Tage in sein trautes Heim ein. Einzige Bedingung: wir müssen einen Kuchen für ihn backen…
Für Herbert ist auch as Kaffeeservice ist ein ganz entscheidender Punkt beim genüsslichen Kuchen verzehren.

…nichts leichter als das: es werden gleich vier Rhabarberkuchen gebacken. Für Herbert ist auch das Kaffeeservice ist ein ganz entscheidender Punkt beim genüsslichen Kuchen schlemmen. Danke für zwei schöne Tage, Herbert!

Landschaftlich besticht die Südinsel natürlich mit ihren Bergen, Fjorden und Gletschern.
Der "Foxgletscher". Luzi war vor neun Jahren schonmal hier. Damals war der Gletscher noch bedeutend größer!

Der „Foxgletscher“. Luzi war vor neun Jahren schonmal hier. Damals war der Gletscher noch bedeutend größer!

Aber meist dann, wenn wir wandern gehen wollten, hat das Wetter nicht mitgespielt. Auf zwei Tage Sonnenschein folgen vier Tage Regen. In einem kleinen Bergort hat das Wetter dann doch mal für zwei Tage gehalten. In Windeseile haben wir vom Radfahrmodus zum Wandermodus umgestellt, die Rucksäcke umgeschnallt und sind zu einer schön gelegenen Berghütte aufgestiegen. Unser Zelt einfach mal fernab von Straßen aufzustellen und die Ruhe der Berge zu genießen war wirklich schön.
Auf dem Weg zur "Angelus Hut". Ausgesetzt und felsig - so mögen wir das.

Auf dem Weg zur „Angelus Hut“. Ausgesetzt und felsig – so mögen wir das.

Ist das ein Sternenhimmel oder ist das ein Sternenhimmel?! Die Ruhe in den Bergen vermissen wir oft auf den Straßen beim Radfahren.

Ist das ein Sternenhimmel oder ist das ein Sternenhimmel?! Die Ruhe in den Bergen vermissen wir oft auf den Straßen beim Radfahren.

Orte wie Queenstown sind da natürlich das absolute Gegenteil von „Ruhe“ und haben eher eine abschreckende Wirkung auf mich. Ich wundere mich immer wieder wie sehr Touristen hier gewillt sind, ihr Geld zu lassen. Aber das Marketing funktioniert einwandfrei.  Bungeejumping, Fallschirmspringen, Rafting, Jetboatfahren – alles, was irgendwie Adrenalin ausstößt, ist in Queenstown geboten. Der Spaß hat natürlich seinen Preis und ich würde behaupten, dass es ein einfaches ist, an einem Tag Hunderte von Dollar zu lassen. Selbst für Zeltplätze zahlen wir hier das Doppelte.
Diese Schilder hängen in Queenstown und anderen Touriorten zur Hauptsaison überall. Spontan geht fast nichts.

Diese Schilder hängen in Queenstown und anderen Touriorten zur Hauptsaison überall. Spontan geht fast nichts.

Schnell dampfen wir von dannen…
...mit der TSS Earnslaw...das gute Ding dampft schon seit über 100 Jahren auf dem See.

…mit der TSS Earnslaw…das gute Ding dampft schon seit über 100 Jahren auf dem See.

Und so verrückt es auch klingen mag, aber nur 45 Minuten entfernt, auf der anderen Seeseite von Queenstown erwartet uns dann vor allem eines: himmlische Ruhe, Schafe und Berge.
Endlich wieder das Neuseeland, wie ich es mir vorgestellt habe.
So schön ohne Autos. Einfach nur Berge und...

So schön ohne Autos. Einfach nur Berge und…

...eine Schotterpiste.

…eine Schotterpiste.

Und dann geraten wir plötzlich in einen typisch neuseeländischen Stau und können für eine Stunde nur noch Schäfchen zählen.

Und dann geraten wir plötzlich in einen typisch neuseeländischen Stau und können für eine Stunde nur noch Schäfchen zählen.

Nun sind wir also in Bluff! Aber es haben natürlich keine Pauken und Trompeten bei unserer Ankunft gespielt. Um ehrlich zu sein, war es eher ernüchternd. Dies mag zum einen daran gelegen haben, dass der letzte Fahrradtag auch einer der weniger attraktiven war, nonstop LKWs an uns vorbei gerauscht sind und der Ort Bluff seinen Charme zunächst vor uns verborgen hielt. Zum anderen haben wir beide gemerkt, dass es gar nicht das Erreichen eines Zieles ist, sondern der alt bewährte Spruch gilt – der Weg ist das Ziel! Und jetzt suchen wir eben nach neuen Wegen…
Finally we arrived!!! Takashi aus Japan haben wir schon einmal 1000km vorher getroffen. Gestern kamen wir fast zeitgleich in Bluff an. Schöne Zufälle gibt es...

Finally we arrived!!! Takashi aus Japan haben wir schon einmal 1000 Kilometer vorher getroffen. Gestern kamen wir fast zeitgleich in Bluff an. Schöne Zufälle gibt es…

6 Antworten zu “Ey-ab in den Süden…von Neuseeland

  1. Ich erstarre immer wieder in Ehrfurcht vor dem was ihr euch er-fahrt 🙂
    Und von den Bildern bin ich (auch wie immer) total begeistert. Favorit ist das Zelt vor Sternenhimmel Foto. Und ja um die Frage zu beantworten; das ist ganz sicher ein Sternenhimmel 🙂 Die Schafe sind aber auch herzallerliebst.

    • Danke, liebe Andrea:) Die Schafe waren der Grund für einen abwechslungsreichen, schönen Sonntagmorgen…besser als jedes TV-Programm! Das Bild mit dem Sternenhimmel ist auch mein Favorit.

  2. …ich finde es immer wieder Wahnsinn, was ihr auf den Rädern für Strecken zurück legt – trotz Schotterpisten, Regen, Sonne und Gegenwind… Hut ab!!!
    Der Sternenhimmel ist wirklich toll und ihr beide seht auch richtig gut aus 🙂

    • Danke Carola:) ich muss allerdings gestehen, dass ich den Sternenhimmel nicht gesehen habe, weil ich zuuu faul war zum aufstehen:( Schande über mein Haupt;)

  3. Hallo ihr beiden, schaue seit viieeelen Monaten mal wieder hier rein und bin ganz von den Socken. Mein Gott, was ihr alles erlebt! Wünsch euch weiterhin viele gute Erlebnisse und schicke liebe Grüße!

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