Ankommen und noch nicht angekommen!

„Wie ist es wieder daheim zu sein?“, „Wie lange bleibt ihr jetzt hier?“ oder der Klassiker: „Wie war’s?“ sind wohl die Fragen, die wir seit unserer Rückkehr vor zwölf Wochen am häufigsten gehört haben.

Ankommen ist etwas Wunderbares. So oft sind wir in den 19 Monaten unserer Reise irgendwo angekommen. Meist waren das Orte, an denen wir noch nie zuvor gewesen sind. Doch dort anzukommen, wo wir herkommen, wo wir uns ohne Landkarte auskennen  und wo die Reise im August 2014 losging, ist etwas völlig anderes. Da ist vorallem Vorfreude: auf Orte, Essen, Sprache – aber natürlich am meisten auf die lieben Menschen, die wir so lange nicht mehr gesehen haben.

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Schönes Meisenheim in Rheinland Pfalz (nur mit Landkarte gefunden, da Ausland: Vom Frankfurter Flughafen ging es erst einmal mit dem Zug nach Bad Kreuznach und von dort entlang der Nahe, Glan und Blies bis an die Saar.

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Morgenstund‘ in deutschen Landen.

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Bienenstich und Nussecken…lang vermisste kulinarische Highlights!

Bei noch recht frischen Temperaturen, aber mit Sonnenschein radeln wir auf ziemlich flacher Strecke. Den Großteil unseres Gepäcks hat uns Kathrin, meine Freundin seit Kindheitstagen, bereits abgenommen (DANKE!). So ist das Radeln ein Genuss. Es ist schön, sich langsam dem Ziel zu nähern. Eine Nacht verbringen wir bei Josef, den wir auf der Plattform „Warmshowers“ als Gastgeber angefragt haben. Wir wollten unbedingt die Gastfreundschaft der Saarländer testen.

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Frühstück im Bliesgau mit Josef. Eine wirklich interessante Begegnung. Vielen Dank für deine Gastfreundschaft, lieber Josef.

An der Blies treffen wir auf unsere ersten Begleiter, die ein Stück mit dem Rad mitfahren.

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Ricka und Stefan haben uns schon bei der Abreise radelnd verabschiedet. Magdalena ist neu an Bord!

Los geht's entlang der Blies.

Los geht’s entlang der Blies.

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Mein Patenonkel macht jedes Jahr selbst mindestens eine Radreise. Schnell noch ein Stopp auf der Weinmesse in Frankreich und ne Flasche Rotwein in die Radtasche gesteckt!

Kaum sind wir im Saarland eingereist,verlassen wir es auch kurz wieder in Richtung Frankreich. Das ist es, was ich an Europa so sehr mag: Grenzen, die man gar nicht mehr so richtig wahrnimmt. Ich wünsche mir, dass es auch in Zukunft so bleibt.

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…und es ist wahr: Die Franzosen wissen, was schmeckt!

An der Saar gesellen sich weitere Wegbegleiter hinzu. Wir freuen uns riesig, dass ihr die letzten Kilometer der Reise mit uns fahrt.

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Denises Papa Thomas, mein Patenonkel Werner, Ilona und Manuel Freunde aus Karlsruhe, meine lieben Tanten Gertrud und Astrid, mein Onkel Herrmann (den ich noch nie auf dem Rad vorher gesehen habe, toll!!), sein Enkel Silas und mein Cousin Matthias.

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Die letzten Kilometer entlang der Saar. Bald sind wir am Staden, einem Biergarten in Saarbrücken.

Am Staden empfangen uns Familie und Freunde mit Bier, Crémant, Blumen, Kuchen, unserem Lieblingsbrot und mit Tränen der Wiedersehensfreude.

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Gemeinsamer Freudensprung!

Gemeinsamer Freudensprung!

Abends geht es weiter mit einer netten Runde bei den „Winzern“. Danke für die Köstlichkeiten im Fresskorb und die Leckereien am Abend, ihr Lieben!! Ihr seid die Besten!

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Dann noch Willkommensbrunch mit der Familie am nächsten Tag…

Danke für die vielen Leckereien!

Danke für die vielen Leckereien!

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Und schwupps waren wir wieder hier, so als wäre nie etwas anders gewesen!

Doch dieses Ankommen ist für mich ein langer Prozess. Wenn mich jemand fragt, was schwieriger ist: Aufbrechen oder Ankommen, dann ist es ganz klar die Rückkehr für mich. Seit fast drei Monaten sind wir jetzt schon wieder hier. Die pure Freiheit haben wir gegen Terminkalender und Uhren, die uns an Verpflichtungen erinnern, eintauschen müssen. Ich spüre schon das berühmte Hamsterrad, in das wir vielleicht schneller als uns lieb ist wieder hineingeraten könnten. Schon der Gedanke daran, löst bei mir ein Schleudertrauma aus. Ich glaube, wer nie raus war, hat’s leichter mitzumachen. Aber aus diesem Grund eine solche Reise nicht zu machen, weil die Angst da ist, was danach kommt, wäre keine Lösung für mich gewesen.

Es ist ein Auf und Ab. Hätten wir nicht einfach so weiterradeln sollen? Ich weiß, dass ein solches Leben nicht pure Fantasie, sondern Realität sein kann. Aber da ist auch immer der Wunsch nach einem Nest, dem Ort des Rückzugs, einem Zuhause. Wir bleiben jetzt erstmal hier im schönen Bliesgau im Saarland. Aber wer weiß schon, was das Leben noch so bringt…Die Neugier auf die Welt wird wohl nie vergehen.

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Unser Übergangszuhause auf dem Campingplatz.

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Ja…es war erst noch etwas kalt, aber wir haben einen kanadischen Winter überstanden, da lachen wir über 0 Grad und leichten Bodenfrost im April.

Trügerische Rpmantik am Fuße der Burg: Der verregnete Mai macht uns auf 9m² doch ein weig zu schaffen...

Trügerische Romantik auf dem Campingplatz am Fuße der Kirkeler Burg: Der verregnete Mai macht uns auf 9m² doch ein wenig zu schaffen…

Was mich die Reise gelehrt hat: Ich kann überall zuhause sein, wenn ich selbst einen Ort zu meinem Zuhause mache.

Es sind die Grenzen im Kopf, die man auf einer solchen Reise einreißt.

5 Antworten zu “Ankommen und noch nicht angekommen!

  1. „Ich kann überall zuhause sein, wenn ich selbst einen Ort zu meinem Zuhause mache.“ Ja, aber umso mehr, wie du in dir selbst zu Hause bist. Und eigentlich auch erst dann! Wünsche viel Kraft, Mut und Freude!

  2. Glad to have you back Luzi! Thank you, thank you, thank you for sharing your beautiful photos and good thoughts with us!
    May the landing go smoothly! 🙂

  3. Hi Denise! Ich bins Em! Schln dich hier gefunden zu haben und noch schöner das es Dir gut geht und Du glücklich bist! :0)

    Ich werde einfach ab jetzt immer mal wieder mal reinschauen und mir versichern, dass es Dir auch weiterhin gut geht!

    Ich habe Dich nie vergessen und wünsche Dir Alles erdenklich Gute vor allem Gesundheit, Glück und Zufriedenheit!

    (\(^_~)/) Emmy

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